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| 24 | 09 | 2026 | Schweiz | |
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Zum dritten Mal in Folge fand am 29. August 2026 die Aktion «Fischen trotz Handicap» an mehreren Schweizer Gewässern statt. Über 80 Menschen mit Beeinträchtigung konnten so die Faszination des Fischens hautnah erleben. Die Begeisterung war aber nicht nur bei ihnen, sondern auch bei den veranstaltenden Fischereivereinen deutlich zu spüren. Prominenten Support erhielt die Kampagne dieses Jahr durch den Ex-Spitzensportler Heinz Frei (Rennrollstuhlfahrer).
Dieses Jahr beteiligten sich acht Vereine an der Veranstaltung «Fischen trotz Handicap», um das «schönste Hobby der Welt» auch Menschen mit Beeinträchtigung zugänglich zu machen. Eines gleich vorweg: Ohne dieses Engagement der Vereine wäre das nicht möglich. Immerhin braucht es im Durchschnitt genauso viele Helfer:innen wie Teilnehmende. «Für diesen Anlass haben wir aber nie Probleme, genügend Hilfskräfte zu rekrutieren. ‹Fischen trotz Handicap› ist inzwischen zu unserem Herzensprojekt geworden», sagt Vereinspräsident Matthias Steiner vom Fischereiverein Olten und Umgebung. «Von den Teilnehmenden kommt so viel Freude und Dankbarkeit rüber, das erlebst du sonst nur selten.»
Die Aussage von Matthias Steiner steht stellvertretend für alle anderen Vereine, welche die Kampagne aktiv umgesetzt haben. Man merkt deutlich, dass «Fischen trotz Handicap» nicht nur die Teilnehmenden begeistert, sondern auch die Fischer:innen, die an diesem Tag in eine ganz andere Welt eintauchen. Hier geschieht ganz praktisch das, was in den Leitbildern vieler Institutionen steht: Menschen mit Behinderungen sollen in der Schweiz in allen Lebensbereichen die gleichen Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Teilhabe erhalten wie Menschen ohne Behinderungen.
Beeindruckend war beispielsweise, dass sich ein Teilnehmer im Voraus um das Wohl der Fische sorgte. Er äusserte seine Bedenken, dass die Fische wegen der Hitze doch schon den ganzen Sommer über Stress gehabt hätten. Die Entscheidung, «Fischen trotz Handicap» nicht an Fliessgewässern wie Bächen und Flüssen durchzuführen, beruhigte ihn. Wie schön, dass diese Menschen auch das Tier als lebendiges Individuum sehen – vielleicht manchmal mehr, als wir Fischerinnen und Fischer.
Anscheinend sind die Fischereivereine von dem Projekt so fasziniert, dass dies auch auf ihr Umfeld überschwappt. So werden diese bei der Umsetzung manchmal durch Sachspenden unterstützt. Beispielsweise stellen Bootsverleiher kostenlos ihre Boote zur Verfügung, Zulieferer offerieren Kaffee und Gipfeli oder Häppchen, Pächter von Gewässern geben gratis Angelkarten ab oder schenken den Teilnehmenden Portionsforellen.
Besonders eindrücklich war die Aktion am Wägitalersee, wo nur vier Regenbogenforellen gefangen wurden. Eine fast biblische Fischvermehrung ermöglichte es, dass die Teilnehmenden dann weitere 50 küchenfertige Forellen dem Koch ihres Hauses übergeben durften. So profitierte letztlich eine ganze Institution von dem ereignisreichen Tag. Geteilte Freude ist doppelte Freude – in jeder Hinsicht.
Auch medial stösst die Kampagne wegen des Themas Inklusion auf Interesse. Der Initiant der Kampagne, der 111er Club sowie der Schweizerische Fischerei-Verband, der das Patronat innehat, freute sich über die positiven Berichterstattungen in diversen lokalen Zeitungen, Online-Plattformen, einer Radiostation sowie der Schweizer Illustrierten. Damit erhält die Fischerei in der Schweiz durch diese soziale Aktion zusätzliche Aufmerksamkeit. Leider waren TV-Privatsender, die darüber berichten wollten, an diesem Tag stark mit der Berichterstattung über den Hagelsturm beschäftigt, der einen Tag vorher in weiten Teilen des Landes gewütet hatte.
Einer, der die Thematik Behinderung extrem gut kennt, ist der 10-fach ausgezeichnete Schweizer Para-Sportler des Jahres, Heinz Frei. Mit seinen 14 Weltrekorden als Rennrollstuhl- und Handbike-Fahrer sowie 15 paralympischen Goldmedaillen beweist er, dass ein Leben mit Behinderung nicht auf einem Abstellgleis enden muss. Auf die Frage, weshalb er «Fischen trotz Handicap» unterstützt, meint er: «Ich unterstütze den Event sehr gerne, vor allem wegen des Gedankens ‹trotz Handicap›. Das versuche ich immer Menschen in schwierigen Umständen beizubringen, nämlich dass das Leben trotzdem enorm viel Schönes bietet, wenn man den richtigen Umgang und eine positive Einstellung mit der Behinderung findet.»
Der 68-jährige Solothurner ist prädestinierter Motivator und gefragter Speaker und referiert zu Themen wie Fördern durch Fordern, Wachsen an Herausforderungen und Chancen sehen. Bei seiner Teilnahme in Trimbach (Olten) führte er viele gute Gespräche mit Teilnehmenden, die von seinen Leistungen und seinen Gedanken fasziniert waren. Da wurde das Fischen für einen Moment zweitrangig. Diese Begegnung auf Augenhöhe wird den Teilnehmenden in bester Erinnerung bleiben.
Fische fangen ist das eine, mehr noch zählt das gemeinsame Gesamterlebnis. Nicht alle konnten einen massigen Fisch landen. Doch nur schon wenn es an der Rute zappelte, entstand helle Aufregung. Viele erfreuten sich einfach daran, am Wasser zu sein, Boot fahren zu dürfen – sogar mal selbst steuern –, das feine Essen zu geniessen, lockere Sprüche untereinander auszutauschen oder die glitschigen Fische anzufassen. Dass dieser Tag für alle etwas Besonderes war, zeigten auch die Rückmeldungen der Verantwortlichen aus den Stiftungen.
«Wir kommen nächstes Jahr wieder!», so verabschiedeten sich die Teilnehmenden, die sich schon jetzt aufs nächste Jahr freuen. Auch die meisten Fischervereine, welche das Feedback-Formular ausgefüllt hatten, signalisierten, dass sie das nächste Jahr wieder dabei sein werden. Auch dieses Jahr gilt allen beteiligten Fischereivereinen mein aufrichtiger Dank: Durch Euer Engagement leistet Ihr einen wertvollen Beitrag für eine bessere Welt!
Fischereivereine, welche den sozialen Aspekt der Fischerei betonen und freudestrahlende Gesichter erleben möchten, sollten «Fischen trotz Handicap» als Traktandum für ihre nächste GV einplanen. Es begeistert wirklich alle!

Kontakt für Anmeldung, Unterstützung (auch finanzielle) und weitere Infos:
Projekt-Verantwortlicher Bernhard Stegmayer, best@best-image.ch, Tel. 079 776 16 37
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