Fischerknigge
01 | 01 | 2026 PraxisText: Nick Hagenbuch 2749
01 | 01 | 2026 Praxis
Text: Nick Hagenbuch 2 749

Fischerknigge

Fischer ist nicht gleich Fischer: Fliegenfischer sehen das Fischen anders als Spinnfischer, und Jungfischer haben einen anderen Blickwinkel auf unser Hobby als erfahrene Fischer. Für das fischereiliche Mit- und Nebeneinander gelten ein paar «ungeschriebene Gesetze».


Eigentlich sollte und will ich diesen Beitrag nicht schreiben, doch mittlerweile unzählige unerfreuliche Erlebnisse am Wasser zwingen mich fast schon dazu. Als Fischer haben wir unterschiedliche Auffassungen unseres Hobbys, kommen aus unterschiedlichsten sozialen Schichten und verfolgen individuelle Ziele. Dennoch sind wir alle letztendlich Fischer, und wenn wir einige Regeln am Wasser befolgen, können wir auch friedlich und in Harmonie miteinander oder nebeneinander unserem Hobby frönen.

 

Grüssen kostet nichts

Sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber meiner Erfahrung nach leider nicht. Trifft man an einem Gewässer auf einen anderen Fischer, so grüsst man sich. Punkt. Es gibt keinen Grund, wieso man auf ein «Grüezi» nicht ein «Grüezi» zurückerwidern kann. Wenns obendrauf noch ohne Gesicht geht, als wäre gerade die Grossmutter gestorben, umso besser.

 Niemand wills gewesen sein, dennoch liegt immer massenhaft davon rum: Abfall gehört korrekt entsorgt! © André Suter

Niemand wills gewesen sein, dennoch liegt immer massenhaft davon rum: Abfall gehört korrekt entsorgt! © André Suter


Nimm Deinen Abfall mit

Leider habe ich den Eindruck, dass viele Fischer «Soihünd» sind. Zwar schmücken wir uns gerne mit dem Titel «Naturliebhaber», die Realität sieht leider oft anders aus. Ich weiss nicht, ob es Bequemlichkeit ist oder ob das Elternhaus versagt hat, aber Abfall am Gewässer hat dort nichts verloren. Ein Abfallsack gehört ins Gepäck und wenn Du noch was fürs Karma machen willst, kannst Du auch gleich noch die Schnurreste, die Dein Vorgänger am Fischerplatz hinterlassen hat, darin entsorgen – Petrus wird es Dir schon danken, garantiert!

 

Such Dir Deinen eigenen Platz

«Es stört Dich ned, wenni da näb der fische, oder?» Solche Suggestivfragen sind fehl am Platz und werden nur aufgrund der gut schweizerischen Zurückhaltung mit «Nei, nei, isch scho guet» beantwortet. Such Dir Deinen eigenen Fischerplatz und lass dem Nachbarn, der vor Dir an Deinem Lieblingsplatz war, seine Ruhe und den Platz (ein Grüezi darfst Du aber schon sagen). Vielleicht findest Du ja am nächsten Platz womöglich einen zukünftigen Hotspot.

 «Such Dir Deinen  eigenen Platz» gilt auch beim  Eisfischen – der See ist genug gross. © Nick Hagenbuch

«Such Dir Deinen eigenen Platz» gilt auch beim Eisfischen – der See ist genug gross. © Nick Hagenbuch


Akzeptiere, dass wir alle anders sind

Nur, weil Du glaubst, dass Fliegenfischen die einzig wahre Methode ist oder nur das Spinnfischen etwas mit Fischen zu tun hat, solltest Du Deinen andersdenkenden Fischernachbarn nicht bekehren wollen. Gespräche und Diskussionen sind OK, es kann aber auch zu viel sein. Schlussendlich wollen wir alle einen Fisch fangen – ob der Haken dabei noch Hecheln draufgebunden hat oder an einem Metallstück befestigt ist, ist dem Fisch letzten Endes Wurst.

 

Halt Dich auf Social Media zurück

Immer mehr Fischer posten ihre Fänge auf Social Media. Eine Einladung für einige, Hass und Drohungen zu säen. Hasskommentare oder private Hassnachrichten sind ein absolutes No-Go und nur etwas für Feiglinge! Aus Sicht des Postenden solltest Du darauf achten, Kritikern möglichst wenig Angriffsfläche zu geben und zum Beispiel nur Fotos posten, die ästhetisch wirken und wo kein Blut zu sehen ist. Im Extremfall Konto auf privat umstellen, damit nur noch Freunde Deinen Inhalt sehen können.

 Social Media gehört auch beim Fischen längst dazu. Was nicht dazu gehört, sind Hass und Drohungen über Insta und Co. zu verbreiten. © Nils Anderson

Social Media gehört auch beim Fischen längst dazu. Was nicht dazu gehört, sind Hass und Drohungen über Insta und Co. zu verbreiten. © Nils Anderson


Behandle den gefangenen Fisch mit Respekt

Zum Schluss der absolut wichtigste Punkt: Verhalte Dich respektvoll vor dem Lebewesen Fisch. Fast schon lächerlich, dass ich dies schreibe, aber auch wenn Fische kaum Laute von sich geben, so empfinden sie dennoch zum Beispiel Schmerz. Wer Fische absichtlich schränzt oder das Gefühl hat, bei kleinen Fischen sei kein Feumer zur Landung nötig, der soll sich ein anderes Hobby suchen. Wer solche Verstösse am Gewässer feststellt, sollte die Person auf das Fehlverhalten aufmerksam machen. Vielleicht hilfts ja beim nächsten Mal.

 Jeder gefangene Fisch soll mit einem Feumer gelandet werden – egal, ob er mit der Fliegen- oder Spinnrute gefangen wird. Untermassige werden direkt im Wasser von der Angel befreit. © Nick Hagenbuch

Jeder gefangene Fisch soll mit einem Feumer gelandet werden – egal, ob er mit der Fliegen- oder Spinnrute gefangen wird. Untermassige werden direkt im Wasser von der Angel befreit. © Nick Hagenbuch

2 Kommentare


Markus

01 | 01 | 2026

Ganz ehrlich, du sprichst über Dinge die eigentlich optimal sein sollten.
Happy 2026


ITEN

01 | 01 | 2026

DANKE FÜR DIE INFORMATION WO ICH GLEICHER MEINUNG BIN . AUSLÄNDISCHE FISCHER SOLLTEN AUF DIESES THEMA SENSIBILISIERT WERDEN . LEIDER TREFFE ICH SOLCHE AN WO DIE FISCHE LEBENDIG IN DEN PLASTIKSACK SCHMEISSEN . MEIST MEHRERE DA TRAUE ICH MICH NICHT DANACH ZU FRAGEN WEGEN DEM TIERSCHMERZ . GESCHWEIGE VON EINEM PATENT ODER SANA KURS . WÄRE GUT ZU WISSEN WER DA ZUSTÄNDIG IST DAMIT MAN DIESE INDIVIDUEN AUFKLÄREN KANN . JEDER FISCHERVEREIN SOLLTE DIESBEZÜGLICH MIT NAMEN VOM NÄCHSTGELEGENEN HÜTER JEDEM ABGEGEBEN WERDEN UND NICHT NUR AN DER GV ERWÄHNT WERDEN . DANKE M . ITEN


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