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| 11 | 09 | 2026 | Schweiz | |
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Längst ist das E-Bike nicht mehr aus dem Alltag wegzudenken. Doch auch für die Fischerei ergeben sich neue Möglichkeiten. «Petri-Heil»-Redaktor Nick Hagenbuch stellt drei Bergseen vor, die man mithilfe eines E-(Mountain-)Bikes leichter erreicht.
Zugegeben: Lange Zeit über belächelte ich E-Bike-Fahrerinnen und -Fahrer. Schliesslich fuhr ich als Kind täglich acht Kilometer mit einem hundsgewöhnlichen Velo in die Schule und legte die Strecke viermal täglich zurück (bei meinen Eltern war das Thema Schulweg noch eine ganz andere Geschichte, aber das gehört nicht hierher …). Auch heute bin ich noch fast täglich mit dem Velo unterwegs, auch wenn die Distanzen nicht mehr ganz so lang sind.
Durch die Bergsee-Fischerei ist aber auch in mir der Wunsch nach einem E-(Mountain-)Bike immer mehr gewachsen. Da ich ausserdem kürzlich das erste Mal Vater wurde und es mir davor graust, den ultraschweren Veloanhänger mit meinem herkömmlichen Velo «herumzukarren», stattete ich dem E-Bike-Fachhändler einen Besuch ab. 30 Minuten später gehörte auch ich zu den stolzen Besitzern eines E-Mountainbikes, 30 Tage später fragte ich mich, wie ich ohne E-Bike überhaupt überleben konnte …
Bevor ich zum Vorstellen der drei Gewässer komme, möchte ich noch anmerken, dass ich vom Mountainbiken keine Ahnung habe. Ich nutze mein E-Mountainbike lediglich für lange, steile, aber problemlos zu bewältigende Aufstiege, die mir zum Wandern zu eintönig sind. Rot/weiss markierte Wanderwege sind weder etwas für mein Bike noch meine Fähigkeiten.
Diese drei Bergseelein im Kanton Graubünden liegen unweit des Oberalppasses, direkt unterhalb der Maighelshütte. Sie sind nur wenige Meter voneinander entfernt und auf einer problemlos befahrbaren Kiesstrasse erreichbar. Der Einstieg befindet sich rund 200 Höhenmeter unterhalb des Passes und die Fahrt mit dem E-Bike dauert etwa 30 Minuten. In den drei Bergseen lassen sich vor allem Bachforellen fangen, die bei Windstille zuverlässig steigen. Wer möchte, kann in der Hütte übernachten und auch andere Gewässer wie beispielsweise den Tomasee erkunden – dies dann allerdings nur zu Fuss.
Wer im Kanton Uri als Gastfischer fischen möchte, muss mindestens ein Dreitagespatent lösen (einige wenige Gewässer ausgenommen). Die Folge davon: weniger Befischungsdruck und oftmals gute Fangergebnisse. Ein besonders lohnenswerter Ausflug liegt im Unteralptal bei Andermatt. Mit dem E-Mountainbike benötigt man für die breite und teils steile Kiesstrasse 30 bis 45 Minuten bis zur Vermigelhütte – dem Ausgangspunkt zu zwei wunderschönen Bergseen. Die Zeitangabe ist allerdings ohne Gewähr! Denn so manch ein Fischer könnte beim Blick auf die Unteralpreuss, die einen ständig begleitet, in Versuchung geraten, an diesem oder jenen Pool noch ein paar Würfe zu machen …
Bei der Vermigelhütte angekommen, bieten sich zwei Optionen: Entweder man wandert hoch zum Gafallensee unterhalb des Gemsstocks oder man schlägt den Weg hoch in Richtung Maighelspass ein, wo man seinen Köder ins kristallklare Wasser des Portgerensees taucht. Gut einen Kilometer talwärts der Hütte bietet sich mit der Wanderung zum Lolensee sogar noch eine dritte Option an.
Die Wanderung zu allen Bergseen dauert in etwa anderthalb Stunden und es gilt je etwa 500 Höhenmeter zurückzulegen. Während im Lolensee ausschliesslich Regenbogenforellen gefangen werden, teilen sich diese ihr Zuhause in den beiden anderen Seen mit schön gefärbten Namaycush-Saiblingen.
Es gibt ein paar Gewässer, die man eigentlich mit dem PW ansteuern dürfte, mir persönlich aber zu heikel sind. Der Waldisee zuhinterst im Bisisthal ist so eines. Zwar dürfte man mit dem Auto bis zum See fahren, doch die Strecke ist schmal, abschüssig, kiesig und bietet nur wenige Ausweichmöglichkeiten – definitiv nichts für schwache Nerven und meinen Van ohne 4x4 Antrieb! Mit dem E-Bike stellt der Weg allerdings kein Problem dar. Bis zur Talstation der Glattalp-Seilbahn ist der Weg mit dem Auto gut machbar. Ab dann lohnt sich ein Umsatteln auf das Bike.
Ein Ausflug ins urchige Tal lohnt sich fischereilich: Der Muotha entlang fährt man an zwei Ausgleichsbecken vorbei, an denen ebenfalls mit dem Bachpatent gefischt werden darf. Hier fängt man vor allem Bachforellen. Im Waldisee hingegen stehen auch die Chancen auf einen Saibling oder eine Regenbogenforelle nicht schlecht. Sogar einen Namaycush konnte ich dort oben schon fangen! Diese Fische werden aber schon lange nicht mehr besetzt. Hat man genug vom Fischen oder braucht man eine Pause, so lockt die direkt am See gelegene «Waldi-Ranch», wo man sich während der Alpzeit ausgezeichnet verpflegen kann.
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