Vorbeugen, denn Heilung gibt es nicht!
23 | 08 | 2012 Schweiz 01070
23 | 08 | 2012 Schweiz
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Vorbeugen, denn Heilung gibt es nicht!

Der aggressive Parasit, der am Doubs für schreckliche Bilder und grosse Verluste unter Äschen und Forellen sorgt, kann leider leicht weiter verbreitet werden. Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat deshalb ein Merkblatt über den Umgang mit dem gefährlichen Krankheitserreger erstellt. Es steht am Ende des Artikels zum Download bereit!

Spezialisten von der Universität Neuenburg identifizierten den im Doubs wütenden Krankheitserreger. Es handelt es sich um den Pilz-Parasiten Saprolegnia parasitica.

Er überzieht die befallenen Fische rasch mit einer dicken weissen Schicht. Am stärksten betroffen sind der Kopf und die Flossen, doch diese aggressive Form dringt oft auch in den Körper ein und befällt dort Organe. Das führt in vielen Fällen zum Tod der Fische.


Keine Gefahr für den Menschen!

Sowohl der direkte Kontakt mit befallenen Fischen, als auch der indirekte Kontakt übers Wasser mit dem Erreger stellt für den Menschen keine Gefahr dar. Fische aus den betroffenen Gewässerstrecken können bedenkenlos konsumiert werden.

Leider gibt es Hinweise, dass sich der Erreger bereits über das Doubs-Einzugsgebiet hinaus ausgebreitet hat: Es gibt Meldungen von der Sorne, der Birs und der Areuse.

Sehr wahrscheinlich ist der Erreger durch menschliche Aktivität in diese Gewässer gelangt. Als mögliche Übertragungswege kommen Stiefel, Fischereigerätschaften, Wanderschuhe, Boote, Köderfische, Besatzfische, aber auch Profilreifen von Velos oder Autos in Frage.

Um die weitere Verbreitung des gefährlichen Parasiten möglichst zu unterbinden, sind ab sofort erhöhte Vorsichtsmassnahmen für Fischer und andere Gewässernutzer geboten.


So können wir Fischer die Verbreitung stoppen

• Flussabwärts fischen: Wird beabsichtigt, entlang eines Gewässers an mehreren Standorten zu fischen, soll zuerst der oberste Standort befischt und danach flussabwärts verschoben werden, um eine aktive Ausbreitung flussaufwärts zu verhindern.

• Besondere Vorsicht bei Schuhen mit Filzsohle: Diese trocknen schlecht und stellen ein besonderes Risiko dar. Gleiches gilt für geflochtene Schnüre. Wir empfehlen in den betroffenen Gewässern auf Filzsohlen und geflochtene Schnüre möglichst zu verzichten.

• Köderfische: Köderfische aus Gewässern mit bekannter Verpilzungsproblematik sollen nicht für das Fischen in nicht betroffenen Gewässern verwendet werden.

• Kein Transfer von Fischen und von Wasser in Fischbehältern: Jeglicher Transfer von Fischen und Wasser aus Gewässern mit bekannter Verpilzungsproblematik in andere Gewässer oder Gewässerabschnitte ist zu unterlassen.

• Trocknen und desinfizieren: Nach Angelausflügen in Gewässern der betroffenen Regionen oder vor dem Verschieben in ein anderes Gewässereinzugsgebiet ist die Ausrüstung zu desinfizieren. Dies betrifft alle Utensilien, die mit dem Wasser oder Fischen in Kontakt kommen: Rute, Rolle, Schnüre, Köder, Stiefel, Wathosen, Feumer usw.

Die Desinfizierung des Fischereimaterials kann mit heissem Wasser und nachträglichem guten Trocknen oder mittels Einsatz von speziellen dazu geeigneten Chemikalien durchgeführt werden. Sie ist genau beschrieben im Merkblatt. Es steht hier zum Download bereit.

Dateien:
Merkblatt_Saprolegnia_BAFU

 

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