
Das könnte Dich auch interessieren:


![[Podcast |] 12 Monate, 12 Fische](/assets/cache/600/600/media/Artikel/2022/05/podcast/PODCAST-teaser.jpg)
![[Schleie:] Ein perfekter Aprilfisch!](/assets/cache/1920/1080/media/Artikel/2026/03/schleie/TINCA-TINCA-01b-hero.jpg)
| 26 | 03 | 2026 | Praxis | |
| 26 | 03 | 2026 | Praxis |
| |
Der Frühling – von Ende März bis Mitte Juni – ist für mich oft eine Zeit, die ganz im Zeichen der Schleie steht. Ein wunderschöner, fotogener Fisch und zudem sehr kampfstark für seine Grösse. Schleien lassen sich auf unterschiedlichste Arten fangen: mit der Feederrute, dem Method Feeder, dem Zapfen oder auch mit Karpfenmontagen.
Mittlerweile hat die Sonne deutlich an Kraft gewonnen. Wenn kein kalter Nord- oder Ostwind über das Wasser streicht, erwärmen sich flache Gewässer schnell – besonders dort, wo Pflanzenreste liegen, die die Wärme quasi speichern. Ist die Wassertemperatur über 12 °C, werden Schleien oft als Erste aktiv, danach folgen die Brachsmen und Karpfen. Um einen frühen Versuch auf Frühlingsschleien zu wagen, muss man nicht früh aufstehen. Der Nachmittag ist die beste Zeit, denn jetzt ist das Wasser bei sonnigem Wetter bereits ein paar Grad wärmer als noch am frühen Morgen. Schleien schwimmen überall im Gewässer umher, suchen jedoch bevorzugt die Bereiche, die vor kalten Nord- oder Ostwinden geschützt sind und sich am schnellsten erwärmen. Mit fortschreitendem April verschiebt sich die Beisszeit häufig in die frühen Morgenstunden. Ich habe mehrfach erlebt, dass es bis zum Mittag hervorragend lief und dann plötzlich völlig ruhig wurde – manchmal noch mit einer kleinen Beissphase nach 16 Uhr.
Sobald der April beginnt, steigen die Chancen – nicht nur auf grössere und schwerere Schleien, sondern auch in Bezug auf die Anzahl der Fische. Allerdings bleibt es oft ein Alles-oder-nichts-Spiel. Wenn ich meine Fangbücher durchschaue, finde ich Apriltage mit nur ein oder zwei Fischen, aber auch echte Sternstunden.
Fürs Anfüttern reichen ein, zwei Spomben, das sind auswerfbare Futterschleudern in Form eines bauchigen Torpedos. Ich fülle meine Spomben mit kleinen Pellets, Hanf, zerbröselten Boilies und manchmal auch mit (toten) Maden, Castern (verpuppte Maden) und geschnittenen Würmern. Danach bereite ich in Ruhe meine Ruten vor, damit die Fische Zeit haben, das Futter zu entdecken.
Gelegentlich füttere ich einen Platz vor, und oft liegt die erste Schleie schon innerhalb von zehn Minuten auf der Matte, ohne dass ich danach noch etwas nachgefüttert habe. Auch wenn zunächst nichts passiert, stellt sich oft heraus, dass Schleien dennoch am Platz sind – sichtbar durch Schnurschwimmer oder rollende Fische. Sobald man dann mit einem Futterkorb oder einer Spombe erneut etwas Futter nachlegt, folgt häufig schnell ein Biss. Genau das macht das Schleienangeln so spannend: Sie fressen oft gut tagsüber, besonders im Frühling – und sie sind neugierig, bleiben aber unberechenbar.
Ich fische häufig mit zwei unterschiedlichen Hakenködern. Auf einer Rute verwende ich einen kleinen Pop-up (gelb, weiss oder pink), einen sinkenden oder einen normalen Mini-Boilie, wenn die Fische gut fressen. Bei der anderen Rute setze ich auf natürliche Köder wie Maden, Casters oder einen «Wurm-Kebab». Auffällig ist die relativ grosse Anzahl von Fehlbissen auf der «Boilie-Rute». An manchen Tagen ist hier ein kurzes Vorfach besser, an anderen ein etwas längeres – doch ganz lösen lässt sich dieses Problem selten. Das hängt wohl mit der speziellen Art der Nahrungsaufnahme von Schleien zusammen: Sie nehmen den Köder oft zwischen die Lippen und schwimmen dann sofort wieder weiter. In vielen Unterwasseraufnahmen ist das deutlich zu sehen. Sie kommen kurz zum Futterplatz, nehmen schnell hier und da etwas auf und verschwinden wieder. Man sieht sie selten lange am Platz «saugen», wie es Karpfen häufig tun – besonders nicht im April.
Deshalb ist eine kurze Haar-Montage, bei welcher der Köder nahe am Hakenbogen sitzt, am besten. Der Haken hängt dabei meist vorne im Maul, häufig in der Unterlippe. Ganz anders ist es beim Angeln mit Maden oder Castern. Die Schleien saugen diese kleinen, leichten Köder offenbar sehr leicht ein – spucken sie aber auch schnell wieder aus. Die Erfahrung zeigt, dass bei diesen Ködern (ultra)kurze Vorfächer mit kleinen, sehr scharfen Haken besonders effektiv sind, wenn die Fische aktiv fressen. Um das Gewicht des Hakens auszugleichen und den Hakenköder auffälliger zu machen, stecke ich meist eine rote schwimmende Kunstmade oder einen Kunstcaster auf den Hakenschenkel beziehungsweise über das Hakenöhr. Anschliessend kommen noch einige echte Maden auf den Haken. Alternativ befestige ich die Maden mit einem Maggot-Clip an einem kurzen Haar – manchmal kombiniert mit einem schwimmenden Kunstmaiskorn. Wenn die Fische eine klare Vorliebe für Casters zeigen, fädle ich zwei oder drei Kunst-Caster auf ein kurzes Haar.
Anfang Frühling sind die meisten Gewässer noch relativ frei von Pflanzen, und ich fische gerne mit leichterem Gerät. Als Vorfach verwende ich meist 0,26 mm Fluorocarbon, beim Method-Feeder manchmal auch eine geschmeidige, sinkende Geflochtene von etwa 10 Kilo Tragkraft.
Ich fische meist mit (Method-)Feedern um die 45 Gramm und halte die Schnur gut gespannt. Das mag schwer erscheinen, aber dieses Gewicht ist notwendig, damit sich die Schleie beim Aufnehmen des Köders selbst hakt. Ein Anhieb ist nicht nötig – das Gewicht des Feeders übernimmt diese Aufgabe. Deshalb sind sehr scharfe, kleine, aber stabile Haken in Grösse 8 bis12 wichtig.
Als Bissanzeiger verwende ich leichte Hanger, die ich in der Schnur einhänge. So sehe ich sogenannte Schnurschwimmer sehr deutlich – der Hanger hebt sich kurz, ohne dass der Bissanzeiger piept. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass Fische in der Nähe sind. Normalerweise werfe ich zu Beginn etwa alle 30 Minuten neu aus. Wenn ich jedoch mehrere Schnurschwimmer bemerke und trotzdem nichts passiert, werfe ich sofort neu aus. Schleien sind neugierig, und es kommt oft vor, dass man kurz nach dem Auswerfen – manchmal innerhalb weniger Sekunden – einen Biss bekommt.
Sind die Fische richtig aktiv, verwende ich ein Selbsthak-Bolt-Rig mit kurzem Vorfach von 5 bis 25 cm Länge. In Gewässern ohne nennenswerten Pflanzenbewuchs nehme ich bevorzugt Fluorocarbon mit einem Durchmesser von mindestens 0,22 mm, meist jedoch 0,26er. Auch eine sinkende Geflochtene mit etwa 8 Kilo Tragkraft geht, wenn nicht mit Muscheln oder Steinen zu rechnen ist. In stark verkrauteten Gewässern darf es jedoch etwas grober sein. Hier wähle ich eine kräftigere Rute und ein Vorfach mit mindestens 0,30 mm Durchmesser.
Keine Kommentare (Kommentare erscheinen erst nach unserer Freigabe)