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![Wildbachfischen[ – Anleitung für ein Sommer-Abenteuer]](/assets/cache/500/330/media/Artikel/2019/07/wildbach/719_praxis_wildbach_fliege_3.jpg)

| 04 | 05 | 2026 | Schweiz | |
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Der Name Aare stammt aus der Keltenzeit und leitet sich von der römischen Göttin der Morgenröte Aurora ab. Kein Wunder also, fühlen wir uns wie verzaubert, wenn wir frühmorgens zum Fischen an die Aare aufbrechen. Nick Hagenbuch nimmt Dich mit an den obersten fischereilichen Abschnitt, die Hasliaare.
Die Aare entspringt dem Aaregletscher in den Berner Alpen unterhalb des Finsteraarhorns. Als Hauptfluss des Kantons Bern ist sie mit 295 Kilometern der längste Fluss der Schweiz. Erst nach dem Räterichsbodensee gilt die Aare als Patentgewässer und darf von Inhabern eines Berner Angelfischerpatents befischt werden. In der Aarestrecke vom Stauwehr Räterichsboden bis zum Osteingang der Aareschlucht ist die Fischerei allerdings lediglich am Montag, Mittwoch und Samstag sowie am 16. März gestattet.
Gemeinsam mit Nils machten wir uns an einem Mittwoch im April auf, die Hasliaare genauer zu erkunden. Als Hasliaare wird die Aare oberhalb des Brienzersees bezeichnet, wo sie den Seeforellen im Brienzersee als Aufstiegsgewässer dient. Einen genauen Plan hatten wir nicht, wir wussten einfach, dass wir es oberhalb der Aareschlucht versuchen wollten. So fuhren wir dann von Innertkirchen aus weiter in Richtung des noch geschlossenen Grimselpasses und parkierten etwas oberhalb von Guttannen.
Während Nils sich die Fliegenrute schnappte und mit einer Nymphen-Montage sein Glück am Bach versuchen wollte, probierte ich es zuerst mit der Spinnrute und einem kleinen Spinner. Bereits der erste Pool sah fischverdächtig aus. Und tatsächlich: Noch bevor ich überhaupt meinen ersten Wurf gemacht hatte, war Nils' Rute bereits krumm. Ganz so sehr bog es die Rute zwar nicht durch, dafür war die kleine Bachforelle umso hübscher gezeichnet und gab uns die Zuversicht, dass die Fische aktiv sind.
Mittlerweile war auch ich bereit und abwechslungsweise befischten wir die kleinen Pools. Diese waren meist winzig und seicht, so dass das Fischen mit dem Löffel nicht ganz einfach war. Zwar hatte auch ich Nachläufer und vereinzelte Anfasser, doch war der Platz zu knapp, dass eine Bachforelle hätte zubeissen können.
Ganz anders sah dies bei Nils und seiner Nymphen-Montage aus: Nachdem der erste Fisch schonend in sein Element zurückgelassen worden waren, überredete Nils bereits den zweiten Fisch aus demselben Pool zu einem kurzen Fototermin. Und so ging es weiter: Die nächsten zwei Stunden bissen die Bachforellen fast im Minutentakt auf die Nymphen, während ich mit meiner Spinnrute trotz Köderwechseln höchstens zu Fehlbissen kam.
Als die Bisse nach einer weiteren Stunde deutlich nachliessen, beschlossen wir, einen Spotwechsel vorzunehmen. Mit dem Auto fuhren wir ein Stück talaufwärts und legten wieder los. Die Szenerie hätte nicht schöner sein können: Sonnenschein pur, weiter oben die verschneiten Gipfel und auch rund um den Bach waren immer wieder Schneefelder auszumachen. Und das alles hatten wir aufgrund des geschlossenen Passes praktisch für uns allein.
Ich tauschte in der Zwischenzeit meine Spinnrute ebenfalls mit der Fliegenrute aus, was sich auf Anhieb bezahlt machte. Nun bissen auch bei mir die Fische im Minutentakt. Wunderschöne Bachforellen konnten wir der Hasliaare entlocken, auch wenn die grösste nur gerade etwa gut 20 Zentimeter gross gewesen sein dürfte.
Um womöglich doch noch eine grössere Forelle ans Band zu kriegen, packten wir unsere Sachen nach dem Verspeisen des selbst mitgebrachten Mittagessens zusammen und beschlossen, weiter talwärts unser Glück noch zu versuchen. Kurz bevor die Aare in die Aareschlucht verschwindet, sah es zumindest optisch vielversprechend aus. Der Fluss führte hier deutlich mehr Wasser, Versteckmöglichkeiten waren vorhanden und das Wasser war leicht angetrübt. Während Nils seiner Fliegenrute treu blieb, packte ich für diesen letzten Abschnitt unseres Ausflugs wieder meine Spinnrute. Doch weder Nils noch ich konnten zum Abschluss eine Massforelle zum Landgang überzeugen: Nils verlor eine solche im Drill, ich hatte zumindest einen Nachläufer auf einen schockigen Löffel.
So verstauten wir unser Material im Auto. Zwar ohne Forelle im Gepäck, dafür mit jeder Menge neuen Eindrücken von einem tollen Wildbach. Wer also nicht auf der Suche nach dem Trophy-Fisch ist, sondern ein Erlebnis in schöner Natur sucht, der wird an der Hasliaare nicht enttäuscht!
Der FVO wurde bereits im Jahr 1923 von 13 Petrijüngern aus Meiringen und Umgebung gegründet. Nach wie vor betrachtet es der Verein als seine Aufgabe, die heimischen Gewässer zu hegen und zu pflegen. Auch Pachtgewässer werden betreut, die von einer grandiosen Natur umgeben sind und ein Höchstmass an fischereilichem Vergnügen für die Mitglieder bieten. Als Unterstützung zur Naturverlaichung wird eine eigene Aufzuchtanlage betrieben, wo mit viel Hingabe die Jungfische aufgezogen und gepflegt werden. In alter Tradition werden auch die vom Brienzersee aufsteigenden Seeforellen noch recht abenteuerlich des Nachts und von Hand gefangen («Petri-Heil» berichtete).
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