Seeforelle: Spange oder Tropfen?
26 | 12 | 2025 PraxisText: Michi Harm 0700
26 | 12 | 2025 Praxis
Text: Michi Harm 0 700

Seeforelle: Spange oder Tropfen?

Lieber schnell laufende Perlmuttspangen oder langsame Perlmutttropfen einsetzen? Eine pauschal richtige Antwort gibt es nicht. Denn beide Ködertypen haben unschlagbare Vorteile, wenn man sie richtig einsetzt. Das Problem dabei: Spangen und Tropfen sind schwierig zu kombinieren. Michi Harm von «Pearllure» gibt hier eine Wegleitung zur richtigen Köderwahl.


Anfang Saison werden die Karten neu gemischt und wir fangen alle bei null an. Wo und wie tief stehen die Fische? Reagieren sie besser auf langsam oder schnell geführte Köder? Ruhiges oder agiles Laufverhalten? Welche Farbe zieht? Grosse oder kleine Köder? Viele Fragen, die es richtig zu beantworten und umzusetzen gilt, um erfolgreich zu sein. Einen grundlegenden Einfluss auf die Köderwahl hat wohl das Wetter, genauer gesagt die Wind- und Wellenverhältnisse. Vereinfacht lässt sich sagen, dass bei Wind Spangen und bei Windstille eher Tropfen zum Einsatz kommen.

 Spange oder ... © Michi Harm

Spange oder ... © Michi Harm

Wieso ist das so? Tropfen haben ein eher regelmässiges, nicht abwechslungsreiches Laufmuster und vertragen meist weniger Geschwindigkeitsunterschiede als Spangen. Bei Wind und Welle ist es fast unmöglich, ein spezifisches Geschwindigkeitsfenster einzuhalten. Spangen folgen einem unregelmässigeren Laufmuster und vertragen daher mehr Geschwindigkeitsschwankungen, weshalb sie bevorzugt zum Zug kommen, wenn es windig ist.

 ... Tropfen. © Michi Harm

... Tropfen. © Michi Harm


Tipp 1   Einstellen von Spangen und Tropfen

Es macht den meisten Schleppfischern Spass, neue Spangen und Tropfen während einer Schlepptour auf die favorisierte Schleppgeschwindigkeit einzustellen. Lege Dir dafür ein umfangreiches Tuningset zu, welches verschiedene Grössen an Haken, Wickelösen, Snaps und Lockplättchen wie etwa dem Gamechanger von Pearllure beinhaltet. Du wirst staunen, was mit dem Ändern kleinster Details alles möglich ist. Lass die einzustellenden Köder nicht bloss am ein bis zwei Meter langen Zügel laufen, sondern gib ihm vier bis fünf Meter oder gar mehr. Denn je länger der Testzügel, desto besser kannst Du das Potenzial des Köders erahnen. Wenn der Köder bereits jetzt schön läuft, wird er am langen Zügel beim Schleppen noch optimaler und lebhafter laufen, denn mehr Schnurlänge bedeutet mehr Spielraum und mehr Entfaltung. Merke Dir das Geschwindigkeitsspektrum Deiner Köder genau, dann holst Du aus dem nächsten Tipp das Maximum raus.

 Das Feintuning von Perlmuttködern hat seinen eigenen Reiz: Jede Veränderung bewirkt ein neues Laufverhalten. © Michi Harm

Das Feintuning von Perlmuttködern hat seinen eigenen Reiz: Jede Veränderung bewirkt ein neues Laufverhalten. © Michi Harm


Tipp 2   Kurvenfahrten

Bringe Köder mit breiterem Geschwindigkeitsspektrum weiter weg vom Boot und Köder mit geringerem Spektrum näher zum Boot aus. So hast Du in kurvenreichen Phasen Deiner Schlepptour höhere Chancen auf einen Biss. In Kurven sind die Geschwindigkeitsunterschiede von der Innen- und Aussenseite grösser als gedacht. Auf der Aussenseite kann der Unterschied vom innersten zum äus­ser­sten Zügel deutlich mehr als 1 km/h betragen. Das tönt nach wenig, aber in Anbetracht des bereits angesprochenen Geschwindigkeitsspektrums kann das besonders einen Tropfen, aber auch gewisse Spangen bereits überfordern. Wer das Laufverhalten und das Geschwindigkeitsspektrum seiner Köder kennt, platziert diese so, dass alle Köder in jeder Phase des Manövrierens ihre Fängigkeit beibehalten. Denn Kurvenfahren dauert manchmal ewig. Und bringt oft Bisse.

 Bei unruhigem Wellengang sind Spangen empfehlenswert: Sie haben eine grosse Geschwindigkeitstoleranz. © André Suter

Bei unruhigem Wellengang sind Spangen empfehlenswert: Sie haben eine grosse Geschwindigkeitstoleranz. © André Suter


Tipp 3   Joker

Die Seeforellenfischerei scheint, vor allem am Anfang der Saison, eine Lotterie zu sein, was die Köderwahl anbelangt. Es gibt haufenweise Fälle, in welchen kapitale Seeforellen mit Ködern in Grössen und Farben gefangen werden, die jeglicher Fischerlogik entbehren. Auch hier gilt: Keine Regel ohne Ausnahme! Man darf und sollte bei jeder Ausfahrt mit ungewöhnlichen Farben, Grössen, Schlepptiefen und Laufverhalten experimentieren. Gerade was das Laufverhalten von Perlmuttködern anbelangt, sind gewisse Vorurteile über Bord zu werfen. Denn ob die Forellen es auch so wie Du sehen, sei mal dahingestellt. Sei mutig und häng doch mal einen unkonventionellen Joker in Form einer gewässerbezogen untypischen Spangen- oder Tropfenfarbe und -grösse raus. Statt hell mal dunkel und statt klein mal gross, oder umgekehrt! Dein Horizont wird sich erweitern und Du wirst Fische fangen, die ansonsten im Verborgenen bleiben. 

 Bei ruhigen Bedingungen, die eine kontrollierte Fahrt erlauben, setzt unser Autor auf Tropfen. © Nils Anderson

Bei ruhigen Bedingungen, die eine kontrollierte Fahrt erlauben, setzt unser Autor auf Tropfen. © Nils Anderson


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 Seeforellen verfolgen den Köder oft lange und mit grossem Interesse: Dabei können Kleinigkeiten übers Zuschnappen oder Abdrehen entscheiden. © Michi Harm

Seeforellen verfolgen den Köder oft lange und mit grossem Interesse: Dabei können Kleinigkeiten übers Zuschnappen oder Abdrehen entscheiden. © Michi Harm

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